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Endlich ein Zuhause

Neues Projekt im Kreis Siegen-Wittgenstein & Kreis Olpe!
Wir unterstützen Menschen, die ohne Wohnung leben oder von Wohnungslosigkeit bedroht sind – und zugleich mit Suchtproblemen kämpfen.

Unser Ziel: Perspektiven schaffen, Stabilität geben und Wege in ein sicheres Zuhause begleiten.
Denn niemand sollte diesen Weg allein gehen müssen.

Gefördert wird Endlich ein Zuhause – Sucht durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und kofinanziert von der Europäischen Union.

Wir freuen uns über den Start und darauf, Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen.

 

AWO-Suchthilfe hat neues Projekt gestartet: Endlich ein Zuhause

Wohnungslosigkeit fällt in Siegen-Wittgenstein nicht so stark ins Auge wie in größeren Städten wie Hamburg oder Köln. Doch auch hier gibt es Menschen, die ohne eigene Wohnung leben – oder akut davon bedroht sind, sie zu verlieren. Während es im Jahr 2020 noch 580 Wohnungslose waren, stieg die Zahl bis 2022 bereits auf 870. Gehen wir von einer Wohnung aus, so zeigen die harten Fakten, dass es 2017 noch 5070 geförderte Wohneinheiten gab, 2021 nur noch 4651 Wohneinheiten. Ein häufig unterschätzter Faktor ist Sucht. Seit 1968 als Krankheit anerkannt, verändert sie das Leben der Betroffenen oft so stark, dass das Suchtmittel zum wichtigsten Lebensinhalt wird. Dadurch geraten andere Bereiche – darunter auch die Wohnsituation – aus dem Blick. Bestenfalls werden vorher geeignete Hilfen in Anspruch genommen, sodass die Wohnung nicht verloren wird. Wird die Wohnung doch verloren, halten sich die Menschen gezwungenermaßen vermehrt im öffentlichen Raum auf. Sie wohnen dann quasi dort. Dadurch fallen sie auf.

Wenn sie auffallen, wird ihnen häufig mit Verachtung begegnet. Zum Teil täglich erleben sie ein verächtliches Schnauben der Kassiererin im Supermarkt oder des nächsten Kunden, wenn die Suche nach dem Kleingeld etwas länger dauert, oder verächtliche Blicke, wenn sie im Park oder in der Stadt sitzen. Über die Jahre greift das auch das ohnehin schon angeschlagene Selbstwertgefühl weiter an. Die Selbstbezeichnung „Junkie“, ist auch ein Ausdruck davon, schließlich ist „junk“ z.B. laut PONS Wörterbuch zu übersetzen mit „wertloses Zeug“, „Schrott“, „Müll“.

Viele der Betroffenen sind nicht in intakten Familien aufgewachsen, haben teils massive Gewalt in der Kindheit erlebt und sind dadurch teils ihr Leben lang beeinträchtigt.

Genau für diese Menschen hat die AWO-Suchthilfe das Projekt „Endlich ein Zuhause – Sucht“ ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projekts sucht Alexandra Frei die Orte auf, an denen sich die Menschen aufhalten. Das Leben auf der Straße ist anstrengend. Für jede Mahlzeit muss der Mensch auf der Straße deutlich mehr Energie investieren als der Mensch mit festem Einkommen und einer Wohnung. Auch das Aufsuchen des Schlafplatzes gestaltet sich schwieriger als ein einfaches „Ins Bett gehen“. Die Lagerung von Eigentum, selbst wenn es dabei nur um Dokumente/Antragsformulare geht, ist aufwendiger – der Zugriff darauf ebenso. Hygiene und Gesundheitsverhalten sind für die Betroffenen mehr Arbeit als für uns mit eigener Wohnung mit fließendem Wasser und einem Badezimmer, in dem jederzeit unsere eigenen Utensilien stehen. Stellen Sie sich nur einmal eine relativ harmlose Magen-Darm Grippe ohne eigenes Badezimmer vor. Eventuell steht täglich ein Termin beim Arzt an um ein Substitutionsmittel zu bekommen. Alternativ muss irgendwie Geld „verdient“ werden um das Suchtmittel, oder Nahrung kaufen zu können.

Für uns relativ einfach zu bewältigende Probleme, wie beispielsweise eine Magen-Darm-Grippe werden zum großen Problem, wenn man keine eigene Wohnung hat.

Aus diesem, wie auch aus vielen anderen Gründen kann es für die Betroffenen zu schwierig sein, einen Termin bei einer Beratungsstelle auszumachen, diesen zu behalten und dort pünktlich zu erscheinen. Diese Lücke schließt Frau Frei nun.

Sie nimmt die Wege auf sich, die für die Süchtigen eine zu große Hürde darstellen. Vor Ort sucht sie dann das Gespräch. Durch kleine Interventionen erarbeitet Frau Frei mit den Klienten Perspektiven und Ziele, begleitet die Betroffenen zu Terminen und hilft im Behördenschungel mit Anträgen weiter. Eine Hilfestellung kann bereits daraus bestehen, dass jemand durch ein kostenloses Heißgetränk etwas aufgewärmt wird. So rückt einiges wieder in den Bereich des Möglichen, was für den Betroffenen alleine eventuell schon sehr lange nicht einmal mehr denkbar war. Dazu zählen beispielsweise eine Therapie und eine eigene Wohnung oder ein Platz im betreuten Wohnen. Frau Frei ist fest entschlossen, den Betroffenen auf diesem Weg in ein sicheres Zuhause beiseite zu stehen und sie zu begleiten.

Gefördert wird Endlich ein Zuhause – Sucht durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und kofinanziert von der Europäischen Union.

 

So finden Sie uns:

AWO Suchthilfe Siegen
Europastraße 8, 57072 Siegen
Telefon 02 71 / 38 68 12 - 0
Telefax 02 71 / 38 68 12 - 90
suchthilfe@awo-siegen.de

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Wir können für Ihren Beratungstermin aber sehr gerne eine entsprechende Räumlichkeit anbieten, da dies etwas Planung in Anspruch nimmt, rufen Sie uns bitte im Vorfeld an.